Interview mit Konstantin Saurbier  

Zukunft sichern mit Container-Technologie: Der nächste Schritt für M-KIS-Kunden

Die Weiterentwicklung von M-KIS markiert einen technologischen Wendepunkt: Komponenten wie der Identity Provider oder Module wie M-Medikation und M-KIS Abrechnung setzen künftig eine containerisierte Betriebsumgebung voraus. Für Krankenhäuser geht es damit nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie der Neuausrichtung ihrer IT-Infrastruktur. 

Im Interview erklärt Konstantin Saurbier, Teamleiter IT-Infrastruktur bei RZV, warum Containerisierung und Kubernetes heute Standard moderner Applikationen sind, welche positiven Effekte die Umstellung für M-KIS-Kunden hat und wie RZV den Übergang in eine skalierbare und hochverfügbare Betriebsumgebung gestaltet. 

Herr Saurbier, warum sprechen wir aktuell so intensiv über neue Betriebsstrukturen im Zusammenhang mit M-KIS?

Die Weiterentwicklung von M-KIS folgt konsequent modernen Architekturstandards. Ziel ist es, die Lösung langfristig zukunftsfähig zu machen und regulatorische sowie technologische Anforderungen – etwa rund um ePA, Interoperabilität oder Compliance – in der notwendigen Geschwindigkeit umzusetzen. Dafür braucht es eine standardisierte, skalierbare Betriebsplattform. Genau hier setzt die Containerisierung an. 

Was verändert sich konkret für die Kliniken?

Für Anwenderinnen und Anwender bleibt M-KIS M-KIS, funktional erweitert und technologisch modernisiert. Für IT-Abteilungen verändert sich hingegen das Betriebskonzept. Bestimmte Komponenten werden künftig containerisiert ausgeliefert und benötigen eine Kubernetes-basierte Plattform. 

Warum ist eine neue Betriebsumgebung für Module wie Identity Provider, M-Medikation oder M-KIS Abrechnung zwingend?

Weil das die ersten Module sind, die Meierhofer nur noch im Container ausliefert. Dabei muss man wissen, dass Container und Kubernetes heute Standard im Linux-basierten Applikationsbetrieb sind. Entwicklungs- und Bereitstellungsprozesse (DevOps, CI/CD) basieren auf dieser Technologie. Für Hersteller wie Meierhofer bedeutet deren Einsatz schnellere Release-Zyklen, standardisierte Deployments und höhere Qualität. Die Kunden profitieren von stabileren Umgebungen, geringerem Betriebsaufwand und Updates ohne Downtime. 

Was bedeutet „containerisierter Betrieb“ praktisch für eine Klinik?

Wenn RZV beauftragt wird, dann faktisch keine Mehrbelastung. Wir bauen die Plattform auf, betreiben und überwachen sie. Wer es selbst betreiben möchte, benötigt fundiertes Linux- und Kubernetes-Know-how und das ist hochkomplex. Unsere klare Botschaft: Nutzen Sie die Vorteile neuer Technologie, wir übernehmen die Verantwortung für deren Betrieb. 

 

Wer M-KIS weiterhin sicher und wirtschaftlich einsetzen möchte, muss jetzt handeln. Containerisierung ist keine Option, sondern Voraussetzung. Gleichzeitig schaffen Einrichtungen damit die Grundlage für eine moderne, standardisierte IT-Architektur – auch über M-KIS hinaus.“

Konstantin Saurbier, Teamleiter IT-Infrastruktur bei RZV

Welche Risiken bestehen, wenn Einrichtungen die Umstellung aufschieben?

Die Roadmap ist eindeutig: Neue M-KIS Module werden ausschließlich containerisiert ausgeliefert. Für den Identity Provider endet der Support der bisherigen Technologie im Sommer. Perspektivisch wird der Support vollständig auf die neue Plattform übergehen. Wer zu spät handelt, gerät unter Zeitdruck. 

Warum ist Kubernetes heute das geeignete Fundament?

Kubernetes ist eine etablierte, standardisierte Orchestrierungsplattform, die sich seit zehn Jahren bewährt hat, auch in KRITIS-Umgebungen. Sie ermöglicht: 

  • deklarative, automatisierte Deployments 
  • Rolling Updates ohne Downtime 
  • automatische Skalierung je nach Last 
  • Selbstheilungsmechanismen bei Fehlern 
  • standardisierte Schnittstellen für alle Anwendungen 

Kurz gesagt: Weil Kubernetes mehr Sicherheit, Performance, Skalierbarkeit und Kontrolle bedeutet. 

Muss das zwangsläufig in die Cloud?

Nein. Container können in der Private Cloud oder On-Premise betrieben werden. RZV betreibt Kubernetes-Cluster sowohl in der eigenen Private Cloud als auch beim Kunden vor Ort.  Als Plattformpartner setzen wir auf SUSE. Der Herstellersupport bietet zusätzliche Absicherung sowohl technisch wie sicherheitsseitig. 

Warum ist RZV der richtige Partner?

Containerisierung ist für viele Kliniken Neuland, für uns ist sie Routine. Unsere Spezialisten arbeiten seit Jahren mit Kubernetes. Wir bringen also Erfahrung und Know-How mit. Beides müssen sich Gesundheitseinrichtungen erst mühsam aufbauen. 

Welche Botschaft geben Sie Geschäftsführern und IT-Leitern mit?

Wer M-KIS weiterhin sicher und wirtschaftlich einsetzen möchte, muss jetzt handeln. Containerisierung ist keine Option, sondern Voraussetzung. Gleichzeitig schaffen Einrichtungen damit die Grundlage für eine moderne, standardisierte IT-Architektur – auch über M-KIS hinaus. 

M-KIS-Kunden müssen jetzt handeln!

Die containerisierte Betriebsumgebung (IDP-Plattform) ist Voraussetzung für: Identity Provider, M-Medikation, Abrechnungslösung und alle neuen M-KIS-Komponenten.

RZV Managed Cloud Services als Game-Changer

Übrigens: Containerisierte Lösungen können in der Cloud betrieben werden. In der Rubrik Lösungen Managed Services Betrieb erläutern wir Ihnen die unterschiedlichen Möglichkeiten für den unterstützten IT-Betrieb mit RZV und in der Cloud.